Internet-Kriminelle

Internetkriminialität weiter auf dem Vormarsch

Neben Daten-Händlern und Geheimdiensten gibt es die Interessensgruppe der Internet-Kriminelle, die Nutzern irgendwelche schädlichen Programme unterschieben. Dies dient i.d.R. dem Zweck, sich die Passwörter des jeweiligen Nutzers zu erschleichen, um dann dessen Rechner oder sogar dessen Identität zu usurpieren. Mit Hilfe dieser Informationen können Internet-Kriminelle z.B. auf Kosten anderer einkaufen oder Geld von Bankkonten abheben.

Internet-Kriminelle können mit abgefangenen oder mit manipulierten Daten Geld verdienen; aber auch dadurch, dass sie diese Informationen nutzen, um wirtschaftliche Vorteile z.B. an der Börse zu erlangen. Oder sie erpressen andere mit den gewonnenen Informationen.

All diese Tätergruppen verfügen nicht nur über detailliertes technisches Fachwissen, sondern auch über nahezu unbegrenzte finanzielle Mittel. Diese unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten nutzen sie fortwährend, um die Methoden weiterzuentwickeln, mit denen sie sich Nutzerdaten erschleichen.

Es gibt zwar Werkzeuge, mit denen man sich einigermaßen gegen diese Eingriffe in die Privatsphäre wehren kann, aber diese sind meist nur für große Firmen entwickelt worden und somit für Privatanwender nicht nur zu teuer, sondern für Laien auch nicht zu bedienen. Zwar gibt es auch für Privatanwender technische Möglichkeiten, aber diese decken nicht alle Angriffsarten ab, sind i.d.R. nicht für alle Internet-Geräte verfügbar und oft für Laien wiederum nicht bedienbar.

Recht auf Privatsphäre

Der Nutzer hat ein Recht auf Privatsphäre. So steht es im Grundgesetz. Nachdem Edward Snowden der Weltöffentlichkeit gezeigt hat, dass alles was spionagetechnisch machbar ist, auch angewandt wird, fragen sich viele, ob diese massenweise Ausspähung überhaupt mit den Menschenrechten vereinbar ist. Diese Frage hat Navi Pillay, eine hohe Beamtin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, veranlasst, einen Bericht zum Schutz der Privatsphäre im digitalen Zeitalter vorzulegen. Sie bekräftigt darin, dass die Menschenrechte und insbesondere das Recht auf Privatsphäre „offline“ und „online“ gleichermaßen gelten. Des weiteren hinaus werden alle Staaten aufgefordert, das Recht auf Privatsphäre auch im Kontext digitaler Kommunikation zu achten und zu schützen, Maßnahmen zu ergreifen, um Rechtsverletzungen zu beenden und zu verhindern, Recht und Praktiken der Kommunikationsüberwachung zu überprüfen und in Einklang mit der internationalen Menschenrechtskonvention zu bringen. Die Staaten werden außerdem aufgefordert, unabhängige und effektive Aufsichtsmechanismen zu etablieren, um eine angemessene Transparenz und Kontrolle staatlicher Überwachung zu gewährleisten.

Ob sich alle Staaten und Unternehmen in den Ländern, die sich der UN Menschenrechtskonvention verpflichtet haben, in Zukunft daran halten werden, kann bezweifelt werden. Zweifel sind auch schon deswegen angebracht, da juristisch nicht klar definiert ist, welche Meta-Daten personenbezogene Daten sind. Somit kann jeder in diesem juristischen Niemandsland Meta-Daten sammeln. Auch der deutsche Geheimdienst ist an diesen Meta-Daten interessiert und beharrt darauf, dass Meta-Daten keine personenbezogenen Daten sind.

Auf Grund dieser Gegebenheiten hat sich in den letzten Jahren ein riesiges Ungleichgewicht entwickelt. Dieses besteht auf der einen Seite aus den großen, mit den Daten ihrer Nutzer Geld verdienenden Internetfirmen in Verbindung mit maßlosen staatlichen Einrichtungen, die anlasslos alle und jeden überwachen. Auf der anderen Seite stehen die oft hilflosen Internet-Laien, die sich zwar oft des Problems bewusst sind, aber keine Möglichkeit sehen, diese Angriffe auf Ihre Persönlichkeit abzuwehren.